Politik für Alleinerziehende

In jeder fünften Familie kümmert sich schon heute nur ein Elternteil um die Kinder. Alleinerziehende schultern die Erziehung, Kita, Schule, den eigenen Beruf und vieles mehr – ohne Partnerin oder Partner. Wir meinen: Sie haben Anspruch auf gute Politik, auf Unterstützung und Entlastung. Einiges haben wir schon erreicht. Und anderes noch vor.

Um zu wissen, was besser werden muss, haben wir Alleinerziehende nach ihren Sorgen und Wünschen gefragt. Über 350 Frauen und Männer haben uns geschrieben – oft mit sehr persönlichen Einblicken in ihr Leben.

Um noch mehr darüber zu erfahren, was für Alleinerziehende besser werden muss, trafen sich Familienministerin Manuela Schwesig und SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi mit 40 Müttern und Vätern in Berlin zum persönlichen Gespräch. Die zahlreichen Hinweise aus diesem Treffen werten wir jetzt sorgfältig aus.

Das sagen Alleinerziehende:

„Wenn die Kinder schlafen, bin ich selbst auch todmüde. Dann muss aber noch der Haushalt gemacht werden.“

„Ich wünsche mir, dass ich meinem Sohn später was bieten kann. Ich wünsche mir, dass man Menschen mit Wünschen ernst nimmt.“

„…und manchmal ist auch der Akku absolut leer oder auch mal kaputt.“

„Man fühlt sich in einer Grauzone.“

„Man hat aber auch das Glück, die Liebe und das Lächeln jeden Tag für sich alleine.“

„Ich erhielt von meinem Vorgesetzen eine eMail, ob sich nicht mein Partner um die Kinder kümmern könne – und drei Tage später die Kündigung.“

„Verständnis für die Pflichten eines alleinerziehenden Vaters ist eher selten.“

„Last but not least, wünschte ich mir mehr Anerkennung, aber das ist eher ein gesellschaftliches Problem. Die Kampagne sehe ich als einen guten Anfang.“

„Setzt Art.6 Abs.4 GG um! Fördert Familien und nicht Vermögen!“

„Ich wünsche mir eine Zukunft für meinen Sohn, frei von Stigmatisierung.“

Wir haben Alleinerziehende gebeten, ihre Lebensgeschichten und Alltagsprobleme aufzuschreiben.

Bürger-Dialog mit Alleinerziehenden

Im Juni trafen sich Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi mit 40 Alleinerziehenden in Berlin.

Hier einige Eindrücke. (Fotos: Dominik Butzmann)

Was wir schon erreicht haben

Steuern sparen

Steuern sparen

Wir haben dafür gesorgt, dass der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende kräftig erhöht wird. Nach 11 Jahren Stillstand wird er nun von 1.308 auf 1.908 Euro angehoben – ein Plus von 600 Euro, gestaffelt nach der Anzahl der Kinder kann es sogar noch mehr sein. Das heißt: mehr Geld für die Haushaltskasse.

Bessere Kinderbetreuung

Bessere Kinderbetreuung

Wir treiben den Kita-Ausbau, vor allem auch von Ganztags- und Randzeiten-Betreuung, und Ganztagsschulen weiter voran. Das ist die wichtigste Voraussetzung für Berufstätigkeit und eigenes Einkommen – und etwas Zeit für sich.

Elterngeld Plus

ElterngeldPlus

Wir haben das Elterngeld weiterentwickelt zum ElterngeldPlus. Damit können Mütter oder Väter künftig Elterngeldbezug und Teilzeitjob kombinieren und erhalten anteilig länger Elterngeld. Alleinerziehende können auch vom Partnerschaftsbonus profitieren mit zusätzlichen ElterngeldPlus-Monaten.

Schluss mit Lohndumping

Schluss mit Lohndumping

Wir haben den gesetzlichen Mindestlohn eingeführt. Armutslöhne von 7 Euro pro Stunde, 6 oder sogar noch weniger gibt es nun nicht mehr. Mehr Geld auf der Lohnabrechnung – das hilft natürlich auch vielen Alleinerziehenden.

Familienorientierte Arbeitszeiten

Familienorientierte Arbeitszeiten

Viele wünschen sich für einige Jahre, wenn die Kinder klein sind, eine Beschäftigung unterhalb von Vollzeit. Damit eine Teilzeitphase nicht zur Sackgasse wird, wollen wir noch dieses Jahr den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit um ein Rückkehrrecht zur vorherigen Arbeitszeit ergänzen.

Was wir noch vorhaben

Unterhaltsvorschuss ausbauen

Unterhaltsvorschuss ausbauen

Wir wollen den Unterhaltsvorschuss verbessern. Derzeit ist er auf maximal sechs Jahre, längstens bis zum 12. Geburtstag des Kindes begrenzt. Gerade in der Pubertät steigt aber der finanzielle Aufwand. Wir wollen die Altersgrenze anheben und mehr Flexibilität bei der Inanspruchnahme, wenn Alleinerziehende Arbeitslosengeld II beziehen.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Wir wollen den Rechtsanspruch auf einen Platz in Kita oder Tagespflege ab dem ersten Geburtstag für Alleinerziehende erweitern: auf Ganztagsbetreuung und auf Ganztagsschule. Das ist ein weiterer wichtiger Schritt, um die eigene Erwerbstätigkeit zu erleichtern.

Geförderte Familienarbeitszeit

Geförderte Familienarbeitszeit

Wir arbeiten am Konzept einer Familienarbeitszeit. Unser Bürger-Dialog hat gezeigt, das sie die richtige und zeitgemäße Antwort auf ein weit verbreitetes Bedürfnis vor allem von Alleinerziehenden ist: Für einige Jahre weniger zu arbeiten, sich mit der nötigen Zeit um Kinder kümmern zu können und über einen teilweisen Lohnausgleich dennoch wirtschaftlich abgesichert zu sein.

Lohngerechtigkeit

Lohngerechtigkeit

Wir arbeiten an einem Gesetz zur Lohngerechtigkeit. Denn immer noch verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation und Position im Schnitt weniger als Männer. Wir wollen darum das Prinzip „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ durchsetzen. Das ist gut für die meisten Alleinerziehenden – denn zu 90 Prozent sind sie Frauen.

Solidarische Lebensleistungsrente

Solidarische Lebensleistungsrente

Wir haben die solidarische Lebensleistungsrente im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Sie soll bis 2017 eingeführt werden und vor allem Geringverdienenden, die Kinder erzogen haben und Menschen, die Angehörige pflegen, zu Gute kommen. Damit kann sie auch die Situation vieler Alleinerziehender im Alter verbessern.

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Interessante Links

Hier einige Links zu wichtigen Informationen für Alleinerziehende. Die Liste wird ständig ergänzt.

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